regeneration und was dann?;

Vorbei. Der Saisonhöhepunkt ist erreicht. Das starre Trainingskorsett ist abgeschnallt. Was nun? Was kommt jetzt? Wie geht es weiter? Einfach so laufen kann manchmal gar nicht so einfach sein. 

Darauf hatte ich mich ja auch ein wenig gefreut. Abhängen, oder chillen, wie es heute heißt. Im Sport spricht man von Regeneration, die einem intensiven Ereignis unbedingt folgen muss. Denn nur mit der richtigen Erholung, lässt sich die Form halten, lassen sich verbrauchte Kräfte zurückgewinnen. Meine Regenerationsplan nach dem Heidelberger Halbmarathon sah so aus: Laufen, wann, wo und wie es mir passt.  Und das für mindestens zwei Wochen.

Mit Regeneration verbrauchte Energie zurückgewinnen

Dass ich zudem einen neuen Job in einer neuer Stadt begonnen habe, passt da zurzeit ganz gut in den Plan. Fünf Mal die Woche Laufen lässt sich momentan schwer in den Alltag integrieren. Zwei Wochen bin ich maximal drei Mal pro Woche gelaufen; unter der Woche zwei kurze Läufe, am Wochenende mit 14 Kilometer einen längeren Lauf. Diese Woche wollte ich das Pensum wieder etwas steigern: von drei auf vier Einheiten mit einerm Intervalllauf am Berg, den langen Lauf von 14 auf 16 Kilometer, die Gesamtwochenkilometer von ungefähr 30-35 auf 40 Kilometer steigern.

Ein einen weiteren Wettkampf habe ich noch nicht fix im Visier.  NCT-Laufend gegen Krebs im Juli in Heidelberg, Heldenlauf Ende August in Blankenese, Kraichgau-Lauf in Sinsheim oder Herbstlauf in Weinheim (beide am selben Tag Ende September). Möglichkeiten gibt es genug; entschieden ist noch nichts. Daran liegt es wohl auch, dass ich momentan gefühlt ein wenig planlos umher laufe.

Vis-à-vis mit dem Schweinehund

Mir fehlt ein wenig die klare Trainingsstruktur, der ich 12 Wochen lang gefolgt bin, die mir sagt: Schuhe anziehen und los. Da gab es nichts zu überlegen und abwägen für mich. So aber sehe ich die Schuhe und denke mir: Na, wollen wir? Das führt dann dazu, dass ich mich mitunter nur sehr sehr, ganz schwer aufraffen kann. Die Luft ist ein wenig raus, die Anspannung verflogen. Dabei habe ich mir ein supergutes sportliches Gerüst geschaffen, bin fit wie nie. Das will ich jetzt ungern schleifen lassen.

Wo kein Trainingsplan, da allerdings viel Freiheit – und die kann auch sehr angenehm sein;  es einfach mal laufen zu lassen, wohin ich will und wann. Wenn ich dabei, so wie gestern, total fertig bin, müde und das Gefühl habe, nicht vom Fleck zu kommen, dann ist das eben so. Dann wird das Tempo runtergefahren oder eine kurze Pause eingelegt.

Gestern Abend habe ich spontan, da ich ohnehin in der Stadt war, beim Dämmerlauf in Mannheim vorbeigeschaut. Die Marathon- und Halbmarathonläufer positionierten sich gerade am Start, während die Läufer des 10-Kilometer-Laufes schon ins Ziel kamen. Ich sah die Starter, wie sie auf der Stelle hüpften, um im kalten Wind nicht die Wärme zu verlieren, wie Nachzügler noch schnell einen guten Platz in ihrer Startbox ergattern wollten. Ich feuerte die Läufer an, die ins Ziel kamen, wie sie ihr Letztes gaben und noch einmal Tempo machten oder ich sah, wie sie einfach nur noch ankommen wollten.

Da war ich es dann wieder: das Kribbeln am Start und die Freude kurz vor dem Ziel, es geschafft zu haben.

Wie, was und wo ich wieder am Start stehen und über die Ziellinie laufen werde, weiß ich zur Stunde noch nicht. Das alles ist aber nur noch eine Frage der Zeit.

 

 

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